Eine kleine Einführung in die Problematik des Bezahlens im Internet sowie eine Kategorisierung der verfügbaren Systeme
Das Charakteristische bei einem Einkauf außerhalb des Internet ist der persönliche Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer. Sofort nachdem die Ware übergeben oder eine Dienstleistung erbracht wurde, kann die Bezahlung erfolgen. In der Regel übergibt der Käufer dem Verkäufer das Bargeld oder zahlt mit seiner ec-Debit-Karte oder Kreditkarte. Ansonsten bleibt dem Käufer, den fälligen Betrag zu einem späteren Zeitpunkt per Rechnung/Überweisung zu zahlen.
Für Bezahlvorgänge im Internet ergibt sich ein anderes Bild. Internet und eCommerce führen zu immer neuen Methoden, Zahlungen abzuwickeln. Einige der neuen Internet-Zahlungssysteme unterscheiden sich von den herkömmlichen Methoden für Internet-Zahlungen unter anderem dadurch, dass sie für kleinere Zahlungen geeignet sind oder mobiles Bezahlen ermöglichen.
Weltweit gibt es zahlreiche Internet-Zahlungssysteme. Die einzelnen Verfahren lassen sich nach verschiedenen Kriterien einteilen: Transaktionshöhe, Zeitpunkt des Geldübergangs für den Konsumenten, Anonymität, aber auch Mobilität, Teilbarkeit der Werteinheiten, Akzeptanz (regional, international), Person-to-Person etc. Nach der Transaktionshöhe wird beispielsweise unterteilt in Micropayments, Small Payments und Macropayments, also in Minibeträge, Kleinbeträge und Großbeträge - wobei die Grenzen unterschiedlich gesetzt werden können. Unter 5 Cents wird üblicherweise von Micropayments gesprochen, kleine Beträge gehen bis circa 5 Euro und die typischen Kreditkartenzahlungen zählen zu den Macropayments.
Eine mögliche Kategorisierung richtet sich nach dem Zeitpunkt, an dem das Kundenkonto mit dem Zahlungsbetrag belastet wird. Anhand dieser Schematisierung kann man, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, in Pre-Paid-Systeme, Pay-Now-Systeme und Pay-Later-Systeme unterteilen:

Pre-Paid-Systeme können entweder hardware- oder software-basiert sein. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie vorausbezahlt sind, d.h. der Konsument muss, bevor er im Internet einkauft, bereits einen bestimmten Geldbetrag aufgewendet haben.
Bei Pay-Now-Systemen wird das Konto des Kunden in etwa zu dem Zeitpunkt belastet, zu dem der Kunde etwas im Internet einkauft bzw. die Ware an den Kunden übergeht. Die Lastschrift oder Systeme, die darauf aufsetzen, sind in diesem Sinne, je nachdem wann genau das Konto belastet wird, auch als Pay-Later-System zu kategorisieren. Bei Pay-Later-Systemen wird der Geldbetrag für den Einkauf des Konsumenten erst eine gewisse Zeit nach dem Einkauf fällig.
Wichtig zum Verständnis der Kategorisierung ist die Betrachtung des Bezahlvorgangs. Auch wenn der Konsument mit dem Händler online einen Kauf von Waren tätigt, muss der Bezahlvorgang nicht zwangsläufig online stattfinden. Vielmehr kann online eine Offline-Zahlung initiiert werden. Da diese im momentanen Einkaufs- und Bezahlverhalten von einiger Bedeutung ist, wird sie bei der Kategorisierung berücksichtigt. Bei physischen Gütern zeigt sich die Nähe zum klassischen Katalog-Versandhandel durch die Offline-Bezahlung. Allein der Vertriebsweg der Online-Bestellung ist neu. Gerade aufgrund der hohen Verbreitung herkömmlicher Bezahlmodalitäten werden diese zur Meßlatte für den Online-Kunden.
Anhand der oben vorgenommenen Kategorisierung werden im Folgenden die einzelnen Systeme kurz erläutert.